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"Obtive uma melhor compreenção da rede que compõe o conhecimento. Aprendi que podemos adquirir conhecimento em qualquer lugar e em qualquer momento, basta saber oque aprender e como aprender, e que quanto mais interdisciplinares forem as ciencias, aliadas constantemente à prática, é que obten-se os melhores resultados nas ações aplicadas."
„Ich habe ein besseres Verständnis des Netzwerkcharakters von Wissen erlangt. Ich habe gelernt, dass wir an jedem Ort und zu jeder Zeit Wissen erlangen können, sofern wir wissen, wie man lernt. Interdisziplinäre Wissenschaft im ständigen Dialog mit der Praxis erreicht bessere Ergebnisse bei der Anwendung.“ |
Hochschulen // EZ-Organisationen // Zivilgesellschaft // Privatwirtschaft
Die digitale Vernetzung hat in den vergangenen zwanzig Jahren
viel dazu beigetragen, wenigstens die besten Universitäten des
Südens und ihre renommiertesten Wissenschaftler mit der
internationalen wissenschaftlichen Diskussion zu verknüpfen;
leider ist auch hier der trickle-down-effect ausgeblieben:
westliche Wissenschafts- und Publikationsstandards können von
einer winzigen Bildungselite des Südens eingehalten werden; die
große Mehrheit kann diesen Anforderungen nicht genügen, die
Curricular-Entwicklung entspricht häufig nicht den
Ausbildungsbedürfnissen des Landes und die Besten bewerben sich
erneut auf Auslandsstipendien und Auslandsjobs. In Europa und
den USA entsprechen die Wissenschaften jedoch ebenso wenig den
in Kapitel 35 der Agenda 21 festgelegten Anforderungen an eine
Nachhaltige Wissenschaft und genau hier kommt der
entwicklungspolitischen Praxis, im In- wie Ausland, ihre
entscheidende Mittlerrolle zu.
Aus der Sicht einer zukunftsorientierten, am Leitbild der
Nachhaltigkeit ausgerichteten EZ geht es daher um die Frage, wie
Wissenschaftler, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen
v.a. in den Partnerländern, aber auch in Deutschland und anderen
Industrienationen als Partner in die Entwicklungszusammenarbeit
eingebunden werden können, um die auf nachhaltige Entwicklung
zielenden Aktivitäten in den Partnerländern zu unterstützen.
Dahinter steht die Überzeugung, dass den Wissenschaften eine
wichtige Rolle bei der Bearbeitung von Transformationskrisen und
Globalisierungsfolgen zukommt.
Insbesondere geht es um drei Aspekte:
Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen sind als lokale, regionale, nationale Wissensproduktion einzubinden.Pontificia Universidad Católica del Perú
Studenten verfügen über die Einsicht in die tatsächlichen Probleme aus tagtäglicher Beobachtung und Erfahrung und dennoch mangelt es ihnen oft an der Möglichkeit dieses Wissen zu formulieren und interdisziplinär einzusetzen.
Zugleich mangelt es vielen Studenten am Wissen über die grundlegenden Methoden des Wissenserwerbs, -ausbaus und der Nutzung. Somit gewinnt der vorherrschende universitäre Frontalunterricht eine wichtige Bedeutung, der aber dennoch zugleich das kreative, Problem orientierte Denken nicht fördert, sondern vielmehr in Formen zu pressen sucht.
Zur gleichen Zeit sieht man sich ebenso gesellschaftlichen Determinanten gegenüber, die diese Art von Wissenserwerb und -anwendung nur geringe Priorität einräumen. Viele Studenten sind davon überzeugt, es würde in ihrer Ausbildung ausschließlich um Fachlichkeit gehen, eine verengte Orientierung auf die Selbstpräsentation auf dem Markt komme es an.
Trotz dieser Problemstellungen jedoch darf man die Rolle der Studenten für die Wissensvermittlung und entwicklung nicht unterschätzen. Oft verfügen sie (noch) über einen unverstellten, nicht korrumpierten Blick auf die Wirklichkeit, den beständig zu fördern und von dem zu profitieren es gilt.
Kritisches Denken zu fördern, die theoretische Fundierung und praktische Erfahrung zu ermöglichen, ist der Schlüssel zum Erfolg des Konzepts.
TopLokal tätige EZ-Organisationen werden in das Summer School-Konzept als Wissensträger mit einbezogen. Sie halten Praxis-Vorträge aus ihren Arbeitsbereichen und bieten den StudentInnen die Möglichkeit direkten Kontakt aufzunehmen.
„Von Interesse ist wie sich die lokale Wissensorganisation unter der Bedingung translokaler Verflechtung neu konstruiert. (..) Wissen ist ein struktureller Faktor für gesellschaftlichen Wandel. (..) also eine Kultur, in der Wissen geschaffen, garantiert und und innovativ weiterentwickelt wird sowie über den Rahmen hinausgehend durch Programme, Projekte, Foren und Workshops wieder sozial eingespeist und mit Erfahrungs- und Alltagswissen auf der lokalen Ebenen verknüpft wird." (Christine Müller, 2005)
TopDie partzipative Rolle der Zivilgesellschaft für Entwicklungsprozesse hat seit Anbeginn der 1990er eine zunehmend wichtige Rolle erfahren und wurde durch stetige Bestätigung der positiven Einflüsse derselben weiter untermauert.
Welche Rolle aber kann die Zivilgesellschaft für den Aufbau von Wissensnetzwerken haben, wie kann sie Prozesse abstützen, initiieren und verankern helfen?
Die Erfahrungen mit NGOs im Rahmen der Durchführung einer Summer School haben ihre Bedeutung in der Kooperation auf insgesamt vier Ebenen verdeutlicht: Ideenvertiefung, Capacity building / Empowerment, Ownership und Nachhaltigkeit.
Ideen wie Konzepte zur Wissensvermittlung durch westlich ausgebildete einheimische Studenten für weniger privilegierte Gruppen oder regelmäßige Workshops zu spezifischen entwicklungspolitisch relevanten Themen bilden in der Zivilgesellschaft die fruchtbare Grundlage für die Institutionalisierung der Summer School als Konzept. Diese Ideen sind zivilgesellschaftlichen Akteuren auch mitnichten vollkommen neu. Woran es jedoch oft mangelt, sind die Kapazitäten dieses zu vermitteln, der Ideenvertiefung weiter Vorschub zu leisten und eine Breitenwirkung zu erzielen.
Die Aufgabe, die sich daraus ergibt, ist es, NGOs zu befähigen, diese Ideen umzusetzen und sowohl akademisch als auch praktisch zu fundieren und ihnen zugleich die Rolle als Motor dieser Entwicklung zu lassen.
Ihre Ideen im Rahmen einer Summer School umzusetzen, lokale Probleme und Prioritäten zu erkennen und Ownership zu schaffen ist somit im Rahmen der Nachhaltigkeit des Projekts unumgänglich.
In der Organisation des Summer School-Projekts 2006 in Kairo arbeitete die GTZ daher mit zwei zivilgesellschaftlichen Akteure zusammen.
Die ägyptische NGO Nahdet El-Mahrousa stand mit Unterstützung der GTZ den Studenten des Jahres 2005, die die Initiativa „Nama’a for Sustainable Development“ zur Durchführung einer Summer School 2006 gegründet hatten, zur Seite und lenkte ihre Ideen in Bahnen, half beim Fundraising und stellte Netzwerke bereit. Nahdet El-Mahrousa selber hatte schon lange im Bereich des Wissenstransfers zwischen im Westen ausgebildeten Ägyptern und Ägyptern in Kairo gearbeitet, dennoch fehlte es am größeren Ordnungsrahmen, der durch die GTZ in Form des Summer School-Konzepts geliefert wurde. Die originär ägyptischen Ideen wurden systematisiert, vertieft, ein Wissenstransfer zwischen allen Partnern organisatorisch wie inhaltlich fand statt und Strukturen zwischen unterschiedlichen Akteuren wurden aufgebaut, um auch in Zukunft ein ähnliches Projekt durchführen zu können.
TopIm Rahmen des Summer School-Konzepts ist auch die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor aus unterschiedlichen Gründen eine durchaus wünschenswerte Option. Das Konzept an sich ist ein gesellschaftsumfassendes und die
inhaltliche sowie organisatorische Unterstützung durch die Privatwirtschaft ist somit sehr zu begrüßen. Durch solche Kooperationen wird nicht nur das Konzept weitergetragen, auch finanziell kann dies Entlastung bedeuten. Insbesondere im Rahmen von Corporate Social Responsibilty sind solche Kooperationen wahrscheinlicher und
aussichtsreicher geworden.
In Kairo übernahmen 2006 in diesem Zusammenhang bspw. RWE Dea Kosten in der Durchführung, einzelne Kurselemente wie Präsentationstechniken wurden von Consultants übernommen, und die Unterkunft für Studenten aus
anderen Gouvernouraten wurde durch ein Hotel finanziert.
In Peru wurden sowohl Bio-Handel und FairTrade, als auch die Minenproblematik mit Vertretern aus der freien Wirtschaft kontrovers diskutiert. Wie auch bei vorhergegangenen Summer Schools wurde deutlich, dass PPP`s, Corporate Social Responsibility und Codes of Conduct neue, nachgefragte Themen sind.